Seit 2026: Andréa Botelho, Dirigentin
Maestra Andréa Huguenin Botelho ist weltweit eine Referenz auf dem Gebiet der Musik, da sie ihre Rollen als Dirigentin, Komponistin, Pianistin und Forscherin perfekt kombiniert. Die Deutsch-Brasilianerin, die in Rio de Janeiro geboren wurde und seit über 20 Jahren in Deutschland lebt, hat eine ebenso beeindruckende akademische Laufbahn wie ihr künstlerisches Schaffen vorzuweisen: einen Master-Abschluss in Klavier und Orchesterleitung von der Georgia State University, einen Abschluss als Diplom-Musiklehrerin mit Hauptfach Klavier von der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe, eine Spezialisierung in Operndirigigat vom Mariinsky-Theater in St. Petersburg und einen Bachelor-Abschluss in Musik - Hauptfach Klavier von der Universität von Rio de Janeiro -Uni-Rio.
Botelhos Stellung auf der internationalen Bühne ist unbestreitbar, geprägt von der
Anziehungskraft ihrer Interpretationen und einer angesehenen Rolle in der globalen Musikszene. Sie steht an vorderster Front der brasilianischen Musikinitiativen und leitet Workshops und
Aufführungen, die Kulturen und Kontinente verbinden. Auch abseits der Bühne ist sie mit ihrer Forschungsarbeit und ihrem Engagement für die Anerkennung von Komponistinnen und die Gleichberechtigung
von Frauen im Dirigieren von großer Bedeutung.
Ihr kompositorisches Gesamtwerk ist ein Zeugnis ihrer Vielseitigkeit und musikalischen Kompetenz. Zu den bedeutenden Kompositionen gehören die „Cantata Ayabás“ für Frauenchor und Orchester, die 2024 in Berlin uraufgeführt wurde, und „Francisca - eine sinfonische Widmung“, die im August 2023 in der Sala Cecília Meireles in Brasilien mit dem Jugendsinfonieorchester von Rio de Janeiro unter Botelhos Leitung uraufgeführt wurde. Darüber hinaus zeigt ihr Album „Women and the Double Bass“ mit mehreren ihrer Werke und Transkriptionen für Kontrabass und Klavier ihre Fähigkeit, in verschiedenen Genres und Instrumenten innovativ zu sein. Im Juni 2024 wurde ihr Stück für fünfstimmigen Chor, Schlagzeug und Solist, „Epahey Oyá“, in der Mathäuskirche in Berlin vom Vokalensemble ACanto uraufgeführt, was ihre Rolle als wegweisende Komponistin weiter festigt.
Neben ihren kompositorischen Tätigkeiten zeigt sich Botelhos Engagement für Bildung und Interkulturalität in der Gründung des ersten deutsch-portugiesischen zweisprachigen Kinderchors Curumins in Berlin im Jahr 2016. Das von ihr initiierte Programm Brasilianische Musik in der City-West an der Staatlichen Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein bedeutender Meilenstein in der Förderung der brasilianischen Musik in Deutschland und trägt zum kulturellen Austausch und Verständnis bei.
Als Orchester- und Chorleiterin in Berlin unterstreicht Botelho mit der Leitung des Brasil Ensemble Berlin und des Ayabás Chor Berlin sowie mit ihrer selbstständigen orchestralen und pädagogischen Arbeit ihr vielseitiges Talent. Ihre laufende Promotion an der Freien Universität Berlin über die brasilianische Dirigentin und Komponistin Joanídia Sodré unterstreicht zudem ihr Engagement für die Entdeckung und Förderung des Beitrags von Frauen in der Musik.
Botelhos Mitwirkung an der Koordination des Internationalen Symposiums für Dirigentinnen seit dessen erster Ausgabe, ihre Zusammenarbeit mit dem Archiv Frauen und Musik in Frankfurt und ihr Engagement als Botschafterin der Donne-Stiftung, Women in Music, zeigen ihre einflussreiche Rolle bei der Verteidigung der Gleichstellung der Frauen im Bereich der Musik.
Im Jahr 2023 wurde Botelho mit einem Platz in der brasilianischen Nationalen Musikakademie geehrt, wo sie den Lehrstuhl Nummer 31 innehat. Damit wird ihr einflussreicher Beitrag zur brasilianischen Musik gewürdigt. Ihre Aufnahme in die Akademie ist ein bedeutender Moment in ihrer herausragenden Karriere.
Botelhos kuratorische Projekte mit Schloss Britz in Berlin präsentierten eine Reihe von Konzerten, die Komponistinnen gewidmet sind, mit dem Titel „Komponistinnen - eine Spurensuche“. Sie bietet eine Plattform, um das musikalische Schaffen von Komponistinnen zu feiern und neu zu entdecken. Im Jahr 2024/2025 fand eine weitere Folge dieser Reihe statt, die zeitgenössischen Komponistinnen gewidmet war. Ihr gesamtes Engagement unterstreicht ihren Status als zentrale Figur im kulturellen Dialog zwischen Brasilien und Deutschland und als Fürsprecherin für Frauen in der Musik weltweit.
Bis 2025: Thomas Germain, Dirigent
Geboren 1958 in Saumur (Frankreich), in der Bretagne aufgewachsen, studierte Germain 1977 bis 1982 Kontrabass und Orchesterleitung am Konservatorium zu Tours und Musikwissenschaft an der Universität derselben Stadt. Nach erfolgreichem Konzertexamen arbeitete er freischaffend als Kontrabassist in mehreren Orchester in Paris sowie am „Orchestre Régional du Limousin“. 1987 siedelte er nach Deutschland über, wo er zunächst Kontrabaß bei Prof. Wolfgang Güttler an der Kölner Musikhochschule weiterstudierte (Aufbaustudium) und später an der Musikschule Troisdorf unterrichtete. An der Bonner Universität leitete er verschiedene Musikprojekte, u.a. die szenische Aufführung von Strawinskis „Geschichte vom Soldaten“. 1993 zog Thomas Germain nach Chile, übernahm für vier Jahre die musikalische Leitung der „Orquesta Filarmónica de Temuco“ und gründete den dazugehörigen Chor. Mit diesen zwei Ensembles konnte er zahlreiche Konzerte geben und zum kulturellen Aufschwung der Region erheblich beitragen. Darüber hinaus leitete er in dieser Zeit regelmäßig die Konzerte der „Universidad Austral de Chile“, in Valdivia und dirigierte auch in Copiapó und Viña del Mar. 1994 absolvierte er an der „Universidad Católica“ in Santiago de Chile ein Aufbaustudium im Fach Chorleitung. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er im Frühjahr 1998 die musikalische Leitung des hofgartenORCHESTERs, studentisches Orchester der Bonner Universität, und im August desselben Jahres die Geschäftsleitung der Bornheimer Musikschule. Im September 2000 wechselte er nach Kusel, wo er 2004 zusätzlich zur Leitung der Kreismusikschule (2003 in „Musikschule Kuseler Musikantenland“ umbenannt) die Leitung des Westpfälzischen Sinfonieorchesters Kusel übernahm.
Seit 2018 ist Thomas Germain im Landesverband Rheinland-Pfälzischer Liebhaberorchester e.V. (BDLO) dessen 1. Vorsitzender.
Wir bedanken uns für seine langjährige Arbeit mit dem Orchester!
Gastdirigent für das Serenadenkonzert 2025: Laurentiu Candea
Geboren in Hermannstadt (Rumänien) und als Geiger und Pädagoge ausgebildet, hat Laurentiu Candea bereits im Alter von 15 Jahren während der Schulferien in der Staatsphilharmonie gespielt. 1981 kam er an die Neubrandenburger Philharmonie, doch die Liebe zur Oper zog ihn 1983 nach Frankfurt/Oder ins Kleist-Theater. 1989 wechselte er zur Weiterbildung nach Baden-Baden in die Orchesterschule von Prof. Wolfgang Hock (Konzertmeister des SWR Symphonieorchester) und spielte bis 1991 in Baden-Baden, im Theater Pforzheim und an der Kammeroper Frankfurt/Main (als Stvt. Konzertmeister). Seit 1991 unterrichtet er an Musikschulen im Raum Nahe-Hunsrück und leitet seit 2018 das Bad Kreuznacher Orchester "Collegium Musikale".
Diana Germain ist seit längerer Zeit Mitglied des Westpfälzischen Sinfonieorchesters. Im Jahr 2016 hat sie freundlicherweise die Aufgabe der Konzertmeisterin übernommen.